Ihr Standort: Stadt Herbolzheim | Wirtschaft - Forstbetrieb


Inhalt dieser Seite:

Fläche
Standortverhältnisse
Baumarten
Langfristige Baumartenplanung
Vorrat
Waldfunktion und Naturschutz
Nebennutzungen
Waldschutz und Jagd
Bewirtschaftung
Kontaktmöglichkeiten

 Fläche:

Die Stadt Herbolzheim besitzt eine forstliche Betriebsfläche von 864,6 ha. Diese Fläche wird unterteilt in 831,3 ha Holzbodenfläche und 33,3 ha Nichtholzbodenfläche (Holzlagerplätze, Wege usw.). Der städtische Waldbesitz besteht aus zehn Distrikten, oft den alten Gemarkungsgrenzen folgend.


 Standortverhältnisse:

Das Revier Herbolzheim reicht von 170 m ü. NN (planar) bis auf 480 m ü. NN (submontan). Die mittlere Jahrestemperatur liegt zwischen 8,5 und 9,0 °C, bei einem Jahresniederschlag von 850 bis 980 mm. Als Grundgesteine sind Mittlerer- und Oberer Bundsandstein zu finden, stellenweise mit Lößauflage, Muschelkalk im Bereich der Vorbergzone und Ablagerungen der Bleiche. Daraus entstanden sandig, lehmige Braunerden, Lehmböden und Tonlehme auf Muschelkalk.


 Baumarten:

Die Baumartenverhältnisse im Stadtwald Herbolzheim zeigt folgende Übersicht:

Baumart Flächenanteil
(ha) (% d. Holzbodenfl.)
Fichte 132,8 16
Douglasie 90,3 11
Lärche 75,9 9
Kiefer 54,0 7
Tanne 43,7 5
Buche 349,1 42
Eiche 60,9 7
Ahorn 8,0 1
Pappel 6,9 1
Sonstige Laubbäume 6,1 1
Esche 3,4 -
Summe: 831,3 100

Das Verhältnis von Laub- und Nadelbäumen ist annähernd ausgeglichen. Unter den Laubbäumen ist die Buche sehr stark vertreten, da die natürlichen Waldgesellschaften zum Großteil durch diese Hauptbaumart geprägt sind. Deutlich geringere Anteile nehmen Eiche, Bergahorn, Esche und sonstige Laubbaumarten (z.B. Kirsche, Nuß, Kastanie) ein. Geringe Anteile besitzt auch die Pappel, die für Aufforstungen ehemaliger Riedflächen verwendet wurde. Zur natürlich vorkommenden Tanne wurde Ende des 19. Jahrhunderts die Fichte, auf großen Flächenteilen des Stadtwaldes, eingebracht. Weitere Baumarten sind die "Rothölzer" Douglasie, Lärche und Kiefer.


 Langfristige Baumartenplanung:

Eine Idealbestockung geht von einem höheren Anteil Eiche und Edellaubholz (Ahorn, Kirsche, Nuß, Erle) und einem geringeren Lärchen- und Kiefern-Anteil aus. Die Lärche stockt vielfach auf trockenen Standorten, leistet dort nur geringen Zuwachs und ist durch Schadfaktoren (u.a. Lärchenborkenkäfer/Lärchenbock) stark gefährdet. Die Kiefer zeigt auf den vorhandenen Standorten nur eine geringe Massen- und Wertleistung. Die Anwendung von Naturverjüngungsverfahren, welche die schattenertragende Buche begünstigen, führen langfristig zu einer Erhöhung des Buchenanteils. Die Beimischung von Edellaubhölzern und Traubeneiche soll künftig stärker berücksichtigt werden, um bei entsprechender Pflege den Wertholzanteil zu erhöhen.


 Vorrat:

Der Holzvorrat im Stadtwald Herbolzheim lag bei 432 Vfm/ha (Jahr 1998), jedoch durch den Orkan "Lothar" wurden gravierende Sturmschäden verursacht die 15% der Gesamtbetriebsfläche ausmachen. Hinzu kommen noch durchbrochene Bestände, Einzel- und Nesterwürfe in der Größenordnung unter 0,3 ha. Folgekalamitäten wie Buchdrucker-/Kupferstecherbefall an der Fichte und Sturm "Willi" kommen erneut hinzu. Aus diesen Gründen ist die geplante Nutzung von 10,0 Efm pro Jahr und ha von 1998 auf einen Hiebsatz von 5,0 Efm pro Jahr und ha herunter korrigiert worden.


 Waldfunktion und Naturschutz:

Der Stadtwald Herbolzheim erfüllt neben der Nutzfunktion (Holzproduktion) folgende Funktionen:

Waldfunktionen Fläche (ha)
Wasserschutzwald 41       
Bodenschutzwald 276
Klimaschutzwald 4
Erholungswald Stufe 2   
67
Summe 388

Größere Teile des Stadtwaldes befinden sich im Landschaftsschutzgebiet "Hinteres Bleichtal". Im Landschaftsschutzgebiet liegen damit 97% der Betriebsfläche (839 ha). Laut Waldbiotopkarte sind 23,2 ha Fließgewässer und 1,3 ha Steinbrüche sowie 0,3 ha Moorbereiche/Feuchtbiotope ausgewiesen. Beiträge des Forstbetriebes zum Naturschutz sind: Vogel-/Fledermausschutz, Ameisenhege, Waldrandgestaltung, Erhaltung von Totholz und Maht der Feuchtwiesen entlang des Bleichbaches.


 Nebennutzungen:

Für öffentliche Einrichtungen werden jährlich ca. 100 Christbäume benötigt. Hinzu kommen rund 200 Bunde Schmuckreisig. Der Bedarf an Christbäumen und Schmuckreisig kann aus den vorhandenen Jungbeständen, sowie aus Wertästung gedeckt werden. Für Festlichkeiten, werden jährlich rund 300 Schmuckbäume, besonders Birken benötigt. Dieser Nachfrage kann aus den vorhandenen Kulturen entsprochen werden. Als weitere Nebennutzung ist die Imkerei zu nennen.


 Waldschutz und Jagd:

Die verschiedenen Waldteile sind auf 4 Jagdbezirke aufgeteilt. Eine wesentliche Voraussetzung der naturnahen Waldwirtschaft ist die Verjüngung der Hauptbaumarten durch angepaßte Rehwildbestände. Die Verbissbelastung im Stadtwald Herbolzheim ist weitgehend tragbar. Der Schwarzwildbestand ist zunehmend, was sich besonders in den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen bemerkbar macht.


 Bewirtschaftung:

Die Stadt Herbolzheim beschäftigt insgesamt 1 Forstwirt und 4 Waldarbeiter, die in der Regel in zwei Arbeitsgruppen arbeiten. Derzeit bildet der Betrieb 2 Forstwirt-Azubis aus. Unternehmereinsatz findet bislang fast ausschließlich bei der Holzbringung sowie bei der Wegunterhaltung Anwendung. Im Bereich der Holzernte waren Harvestereinsätze nur Einzelfälle. Die Planung, Organisation und Kontrolle der notwendigen Forstbetriebsarbeiten wird durch den Revierleiter des Forstreviers "Herbolzheim" wahrgenommen.


 Kontaktmöglichkeiten:

Ansprechpartner ist die Stadtverwaltung Herbolzheim, Rechnungsamt oder der Revierleiter.